© Dr. Walter Rummel
21. November 2019
18:30 Uhr
Eintritt frei

Frankreich am Rhein, 1918-1930 – nur ein weiteres Kapitel der „Erbfeindschaft“?

21. November 2019
18:30 Uhr
Eintritt frei

[FRANZÖSISCHE WOCHE 2019]

Am 21. November hält Dr. Walter Rummel (Landesarchiv Speyer) im Salon des Institut français Mainz einen Vortrag über die französische Besatzung der Jahre 1918-1930, die von zahlreichen Härten, aber auch von Ängsten vor einem erneuten Angriff des starken Nachbarn und von Gewinnungsversuchen gegenüber der Bevölkerung im Rheinland und in der Pfalz geprägt war.  Trotz des Scheiterns aller politischen Ziele Frankreichs lohnt ein differenzierter Blick auf die vielfältigen Begegnungen dieses Zeitabschnitts. 

Nach den mehr als vierjährigen Entbehrungen, die der Erste Weltkrieg auch für die Menschen an der  „Heimatfront“ im Deutschen Reich mit sich brachte, war der Waffenstillstand vom 11. November 1918 zwar eine Erlösung. Gleichzeitig wurde der Einzug alliierter Besatzungstruppen in der Pfalz und dem Rheinland als bittere Demütigung empfunden. Verstärkt wurde dieses Gefühl in Rheinhessen und der Pfalz  durch den Einzug von Truppenteilen, die aus den französischen Kolonien in Afrika stammten. Fortan machte die Parole von der „schwarzen Schmach“, die den Deutschen als ehemaliger Kolonialmacht zugemutet wurde, die Runde.  Den tiefen Ressentiments auf deutscher Seite stand eine mindestens ebenso feindselige Stimmung auf Seiten Frankreichs gegenüber, wo die deutschen Armeen nach vierjährigem Stellungskrieg und der Zerstörung von kriegswichtigen Anlagen beim Rückzug völlig verwüstete Regionen zurückgelassen hatten. Zudem fühlte man sich auf französischer Seite nach dem Rückzug der USA trotz der im Versailler Vertrag Deutschland auferlegten Abrüstung vor einem erneuten Angriff des starken Nachbarn nicht sicher.

Vor diesem Hintergrund und in kritischer Distanz zu traditionellen Geschichtsbildern versucht der Vortrag, die Schwierigkeiten beider Seiten in der damaligen Situation zu beleuchten und neben den politisch-mentalen Gegensätzen und Krisen auch Ansätze für ein Miteinander in den Blick zu nehmen. In einem Ausblick soll auch auf die Nachwirkungen eingegangen werden, die das offenkundige Scheitern der damaligen Nachkriegsstrategie für die Planungen der erneuten Besatzungspolitik ab 1945 hatte.

In Kooperation mit: Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz.


 

 

 

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